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In Burkina Faso ist die Großfamilie
zuständig für den Unterhalt und die Erziehung der Kinder.
Kinder, die mit einer Behinderung zur Welt kommen, fallen aus diesem
System heraus, weil die Bevölkerung noch immer an böse Geister glaubt.
So werden andersartige Kinder aus Furcht sehr oft ausgesetzt und sich selbst
überlassen. Die Kinder werden nicht aus Bösartigkeit ausgesetzt: die Eltern haben aufgrund
mangelnder Bidlung Angst.
In den letzten Jahren häufen sich Fälle, wo die Dorfgemeinschaft Kinder,
deren Eltern an Aids gestorben sind,
aus Angst vor Ansteckung ihrem Schicksal überlässt. Zahlen
sind dafür nicht erhältlich. Mit Stand November 2002 haben
270 000 Kinder unter 15 einen oder beide Elternteile aufgrund von Aids verloren.
Diese Kinder müssen sich in der Regel alleine um ihr Überleben kämpfen.
Genau wie bei uns vor 300 und mehr Jahren werden in Burkina
Faso Frauen beschuldigt mit bösen Geistern in Verbindung zu stehen.
Geschieht im Dorf ein Unglück, werden auf Anraten eines Schamanen
Frauen aus der Dorfgemeinschaft ausgeschlossen. Dieses Schicksal
kann jede einzelne treffen. Sich selbst im Sahel überlassen zu sein, bedeutet
für diese Person in den meisten Fällen den sicheren Tod. Ein anderes Dorf würde
diese Frau nicht aufnehmen.
Kinderhandel ist wie in ganz Westafrika auch in Burkina Faso
ein großes Problem. Eigentlich ist es Tradition, Kinder und Jugendliche
für eine gewisse Zeit zu Verwandten in die Stadt zu geben wo sie im Haushalt
mithelfen und als Gegenleistung in die Schule gehen dürfen.
Jedoch wurde aus diesem Brauchtum ein kriminelles Geschäft: Aus Not verkaufen
arme Familien ihre Kinder an Schlepper die dann in sklavenähnlichen Verhältnissen
auf Kakaoplantagen, Mienen, Fabriken und Haushalten arbeiten. In Westafrika werden jedes Jahr
200 000 Kinder verkauft, viele davon auch aus Burkina Faso.
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