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1. Übersicht
2. Geschichtlicher Überblick
3. Norbert Zongo
4. Klima
5. Wirtschaft
6. Bevölkerung
7. aktuelle Probleme
1. Übersicht
Binnenstaat im Sudangürtel Westafrikas, grenzt im Nordosten an Niger, im Nordwesten an Mali,
im Süden an die Elfenbeinküste, an Ghana, an Togo und an Benin. Die wichtigsten
Städte sind neben der Hauptstadt Ouagadougou, Bobo Dioulasso, Koudougou, Ouahigouya,
Banfora und Kaya.
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2. Geschichtlicher Überblick
Die ersten Königreiche der Mossi wurde schon im 12. Jahrhundert im heutigen Burkina
Faso gegründet. Die wichtigsten waren
die Königreiche der Yatenga und der Moogo. Sie wurden 1896 von Frankreich erobert und
in Französich-Westafrika integriert. Das damalige Obervolta war für die
Kolonialmacht aufgrund mangelnder natürlicher Ressourcen vornehmlich
als Arbeitskräfte- und Soldatenreservoir wichtig. Bis nach dem zweiten Weltkrieg
konnte zwangsrekrutiert werden. Aus diesem Grund emigrierten Tausende an die Goldküste (Ghana).
1925 beispielsweise wurde die Bevölkerung im Bezirk Ouahigouya, unabhänigig von ihrem Alter, zum
Strassenbau im Rahmen
von 475 818 Tagen verpflichtet.
1919 wurde Obervolta eine eigene Kolonie und 1960 erhielt diese Kolonie
ihre Unabhängigkeit.
Der erste Präsident war Maurice Yaméogo, Gründer der Unabhängigkeitsbewegung Union
Démocratique Voltaique (UDV). Er regierte autokratisch und das Land konnte sich unter ihm
nicht entwickeln.
Am 3. Jänner 1966 führte der Militärchef Sangoulé Lamizana einen erfolgreichen Putsch durch,
welcher
ihn an die Macht brachte. In den 4 Jahren seiner Amtsperiode wurde das Land
wieder auf Demokratie
vorbereitet und Parteien wurden zugelassen. 1970 gewonn die UDV die Wahl,
es kam jedoch zu Streit um die
Führung zwischen Joseph Ouédraogo und Gérard Ouéadraogo. Gerard wurde
zum Premierminister ernannt,
Jospeph als Vorsitzender der Nationalversammlung und Lamizana als Staatscheff.
Aufgrund einer Hungersnot anfang der 1970er, welche die Regierung nicht beherrschen konnte, kam
es 1973 zu landesweiten Streiks. Die Nationalversammlung forderte den Rückritt von Gérard Ouéadraogo,
was jener verweigerte. Die Armee übernahm daraufhin wieder die Macht.
1975 broch Krieg mit dem Nachbarstaat Mali aus, welcher durch Vermittlung
der OAU beendet werden
konnte. Der Krieg begünstigte den Aufstieg eines jungen Offiziers namens Thomas Sankara,
der afrikanische Che Guevara, welcher
wie kein anderer Präsident das Land prägte.
1978 wurde nach Wahlen die Dritte Republik ausgerufen mit Lamizana als Präsident, welcher
jedoch 1980 durch einen
Armeputsch, geführt von Colonel Saye Zerbo, gestürzt wurde.1982 wurde Zerbo unter der Führung
des Armeearztes
Jean-Baptiste Ouédraogo, der sich zum Staatsschef ernannte gestürzt. Sankara wurde als
Premierminister ernannt. Die neue Regierung war
schnell geteilt zwischen den Traditionalisten um Colonel Gabriel Somé und den Radikalen, um
Thomas Sankara.
Als Sankara Colonel Gaddafi Mai 1983 empfing wurde Sankara nach der Abreise Gaddafis
von Ouédraogo verhaftet.
Daraufhin wurde in Sankaras Heimatstadt Pô unter der Führung von Blaise Compaoré eine Rebellion
durchgeführt die mit der Einnahme von Pô endete. Man forderte die Freilassung Sankaras.
Sankara wurde
alsbald freigelassen und sein politischer Gegner Somé im Amt belassen. Daraufhin wurde
in anderen
militärischen Einheiten landesweit rebelliert und Sankara ergriff am 4. August 1983
die Macht.
Sankara setzte sich als Präsident der neuen Regierung ein, Compaoré wurde Staatsminister und
der Landesnahme
wurde von Thomas Sankara in Burkina Faso (Land der Unbestechlichen) umbenannt.
Sankaras Amtszeit war geprägt von einschneidenden Reformen: Er bekämpfte die Desertifikation,
verbesserte die Stellung der Frau und startete Impfkampagnen. Sein größter Erfolg war es,
die Korruption und die staatliche Misswirtschaft zu beseitigen. Als Vorbild fuhr er selbst
einen Renault 4.
Ab Mai 1984 wuchs die Opposition gegen Sankaras Regierungsstil und
Sankara klagte Frankreich an,
die Opposition zu unterstützen. Ende 1985 flammte der Krieg mit Mali um den Agacher
Streifen wieder
auf und Burkina Faso
erlitt militärische Rückschläge. Der Internationale Gerichtshof in Den Haag schlichtete den
Streit und Friede wurde dauerhaft hergestellt.Die politische Opposition wuchs unter der
Führung der
Gewerkschaft, Intellektueller und Geschäftsleute.
Am 15 Oktober 1987 wurde Sankara von Soldaten, loyal zum derzeitigen Präsidenten
Blaise Compaoré,
ermordet, welche danach die Macht ergriff. Die genauen Umstände
sind noch unklar.
Burkina Faso bekam 1990 eine neue Verfassung und
ist nun eine präsidiale Republik mit Mehrparteiensystem. Staatsoberhaupt ist seit
1987 der ehemalige
Blaise Compaoré, der sich bis heute nicht vom Vorwurf des Mordes befreien konnte.
Die neue Verfassung von 1990 liess viele Parteien entstehen. Vor der Wahl
1991 einigte sich die Opposition unter den Banner der Coordination des Forces Démocratiques.
Proteste der Opposition resultierten bald in gewalttätigen Auseinandersetzungen.
Die Opposition boykotierte die Wahlen und Blaise Compaoré gewann Ende Dezember mit 25% Wahlbeteiligung
die Wahlen. Die 4. Republik wurde am 24.12.1991 ausgerufen.
November 2005
fanden Präsidentschaftswahlen statt wo Blaise Compaoré entgegen der
Verfassung wieder kandidierte und sich gegenüber 12 Kandidaten mit 80% der Stimmen behauptete. Bei
den letzten Parlamentswahlen, Mai 2007, erreichte die Partei des Präsidenten (CDP) die absolute
Mehrheit. Burkina Faso ist eines der letzten Länder, das die Republik China (Taiwan) und
nicht die Volksrepublik China anerkennt.
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3.Norbert Zongo
Dezember 1998 wurden in einem Dorf namens Sapouy 4
verkohlte Leichen entdeckt, einer davon war der Journalist Norbert Zongo, Herausgeber des
LŽIndépendant, welcher den
Geschäfte des jüngeren Bruders von Blaise Compaore nachging. Eine unabhängige
Kommission erklärte, Zongo wurde aus rein politischen Motiven ermordet. Proteste durchliefen
das ganze Land und die Glaubwürdigkeit von Blaise Compaore wurde empfindliche beinträchtigt.
Die Affäre Norbert Zongo zeigt, dass das Justizwesen nicht frei von staatlicher
Willkür ist, obwohl Burkina Faso formal ein demokratischer Rechtsstaat mit Gewaltenteilung ist.
Für weitere Informationen siehe:
JAFFRE Bruno, Burkina unter dem Schock der Zongo Affäre
, deutsche Ausgabe der Le Monde Diplomatique vom 10.9.1999
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4.Klima
Der Nordosten des Landes wird der Sahelzone zugeordnet, der Rest des Landes liegt in der
Sudanvegetationszone, die Regenzeit dauert von Juni bis Oktober. Die durchschnittliche
Niederschlagsmenge pro Jahr beläuft sich auf 400 bis 500 mm, das Land ist sehr stark
vom Regen abhängig. Die Niederschläge nehmen gegen Süden zu. Großte Teile liegen
auf dem Mossihochland,einer Hochebene, die zur Oberguineaschwelle zugeordnet wird.
Dort nehmen die beiden Flüsse
Roter und Weißer Volta ihren Ursprung.Die höchste Erhebung ist der Tena
Kourou mit 749 Metern. top
5.Wirtschaft
Burkina Faso ist
ein Agrarland,
80% der Bevölkerung leben von der Landwirtschaft. Sie tragen 35% zum Bruttonationalprodukt bei.
Angebaut wird für die Eigenversorgung hauptsächlich
Hirse, Mais und Erdnüsse. Exportiert wird vor allem Baumwolle,welche auch
wichtiger Devisenbringer ist.
Die Baumwolle ist jedoch aufgrund us-amerikanischer Subventionen auf dem Weltmarkt nicht
konkurrenzfähig, da us-amerikanische Bauern aufgrund der Subventionen billiger Produzieren
können. Für nähere Informationen siehe:
UCHATIUS Wolfgang,
Der Norden sät den Hunger,
Die Zeit vom 14.8.2003 Negative Standortfaktoren wie hohe Transportkosten
aufgrund der Binnenlage und mangelnde Infrastruktur, unzureicheichende Energiequellen
und eine generell sehr niedriges Ausbildungsniveau verhindern eine tiefgreifende Entwicklung
der Industrie.
Die einzige konkrete
Perspektive bietet aktuell dieGoldförderung, die durch neue liberale Bergbaugesetze
und dem Einstieg
kommerzieller Gesellschaften, ab 2005 einen Beitrag für den Export leisten kann.
Das Handelsbilanzdefizit konnte bis jetzt immer durch Überweisungen der im Ausland
lebenden Burkinabé
ausgeglichen werden. Nachdem 2-3 Millionen die Côte DŽIvoire aufgrund
des dortigen Konfliktes verlassen
mussten sind diese Transferzahlungen
empfindlich zurückgegangen. Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Burkina
Faso und Österreich sind sehr marginal. 2003 importierte Österreich Waren im Wert von
329 980 Euro(2002: 198 722 Euro), ein Drittel davon entfällt auf Obst. Österrich exportierte
im gleichen Zeitraum Waren im Wert von 435 233 Euro (2002: 1 024 825 Euro), ein Drittel
davon setzt sich aus pharmazeutischen Erzeugnisse zusammen, das zweite Drittel aus technischen
Geräten. Generell sind
die Importe nur zu 50-60% von den Exporteinkünften gedeckt, Burkina Faso hat eine stark
negative Handelsbilanz.
Die offiziellen Leistungen der österreichischen Entwicklungshilfe betrugen
2002 8,5 MIO Euro.
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6.Bevölkerung
Hauptbevölkerungsgruppe sind mit 50% die sudaniden Mossi, die um Ouagadougou leben. Der Osten
wird
von den Gourmantché bevölkert, die mit den Mossi verwandt sind.
Im Norden sind Fula, Hausa, Tuareg und ihre ehemaligen Sklaven, die Bella, heimisch.
Der Nordwesten wird von den Dogon, den Samos und den Pana bewohnt, im Süden sind verschiedene
Stämme der Bobo angesiedelt. An der Grenze zur Côte DŽIvoire leben die Senoufo, an der Grenze zu
Ghana die Lobi. Insgesamt beherbergt Burkina Faso 60 verschiedene Ethnien.
Konflikte zwischen den verschiedenen Ethnien kommen vor,
Konflikte zwischen den Religionsgruppen jedoch nicht.
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7.aktuelle Probleme
Entwicklungshemnisse sind die unzureichende Infrastruktur, die Desertifikation, die
Korruption , die
unzureichende Ausstattung mit natürlichen Ressourcen, die unfruchtbaren Böden und
die Abhängigkeit von der Regenzeit.
Hauptprobleme des Landes: Malaria, Kindersterblichkeit, AIDS, Analphabetismus, Landflucht,
Desertifikation,
große Flüchtlingsströme aus der Cote DŽIvoire, das Ausbleiben der Regenzeit,
Heuschreckenplagen und
Korruption . top
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