Burkina Faso - ein Überblick

Karte Burkina Faso
Daten
Fläche: 274.000km²
Amtsspr.: Französisch
Einwohner: 13 Millionen
Hauptst.: Ouagadougou
(1-2 Mio. EW)
Religion:
Animisten: 50%,
Moslems: 43%,
Christen: 12% Alphabetisierung: 21,8%
Lebenserwartung: 47 J.
BIP/Kopf: 376 $
HDI: Rang 174 von 177
HIV/AIDS-Rate: 2%
(Schätzung UNDP)
Karte Burkina Faso
Burkina Faso - allgemeine Informationen

1. Übersicht
2. Geschichtlicher Überblick
3. Norbert Zongo
4. Klima
5. Wirtschaft
6. Bevölkerung
7. aktuelle Probleme



1. Übersicht

Binnenstaat im Sudangürtel Westafrikas, grenzt im Nordosten an Niger, im Nordwesten an Mali, im Süden an die Elfenbeinküste, an Ghana, an Togo und an Benin. Die wichtigsten Städte sind neben der Hauptstadt Ouagadougou, Bobo Dioulasso, Koudougou, Ouahigouya, Banfora und Kaya.
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2. Geschichtlicher Überblick

Die ersten Königreiche der Mossi wurde schon im 12. Jahrhundert im heutigen Burkina Faso gegründet. Die wichtigsten waren die Königreiche der Yatenga und der Moogo. Sie wurden 1896 von Frankreich erobert und in Französich-Westafrika integriert. Das damalige Obervolta war für die Kolonialmacht aufgrund mangelnder natürlicher Ressourcen vornehmlich als Arbeitskräfte- und Soldatenreservoir wichtig. Bis nach dem zweiten Weltkrieg konnte zwangsrekrutiert werden. Aus diesem Grund emigrierten Tausende an die Goldküste (Ghana). 1925 beispielsweise wurde die Bevölkerung im Bezirk Ouahigouya, unabhänigig von ihrem Alter, zum Strassenbau im Rahmen von 475 818 Tagen verpflichtet. 1919 wurde Obervolta eine eigene Kolonie und 1960 erhielt diese Kolonie ihre Unabhängigkeit.
Der erste Präsident war Maurice Yaméogo, Gründer der Unabhängigkeitsbewegung Union Démocratique Voltaique (UDV). Er regierte autokratisch und das Land konnte sich unter ihm nicht entwickeln. Am 3. Jänner 1966 führte der Militärchef Sangoulé Lamizana einen erfolgreichen Putsch durch, welcher ihn an die Macht brachte. In den 4 Jahren seiner Amtsperiode wurde das Land wieder auf Demokratie vorbereitet und Parteien wurden zugelassen.
1970 gewonn die UDV die Wahl, es kam jedoch zu Streit um die Führung zwischen Joseph Ouédraogo und Gérard Ouéadraogo. Gerard wurde zum Premierminister ernannt, Jospeph als Vorsitzender der Nationalversammlung und Lamizana als Staatscheff. Aufgrund einer Hungersnot anfang der 1970er, welche die Regierung nicht beherrschen konnte, kam es 1973 zu landesweiten Streiks. Die Nationalversammlung forderte den Rückritt von Gérard Ouéadraogo, was jener verweigerte. Die Armee übernahm daraufhin wieder die Macht.
1975 broch Krieg mit dem Nachbarstaat Mali aus, welcher durch Vermittlung der OAU beendet werden konnte. Der Krieg begünstigte den Aufstieg eines jungen Offiziers namens Thomas Sankara, der afrikanische Che Guevara, welcher wie kein anderer Präsident das Land prägte.
1978 wurde nach Wahlen die Dritte Republik ausgerufen mit Lamizana als Präsident, welcher jedoch 1980 durch einen Armeputsch, geführt von Colonel Saye Zerbo, gestürzt wurde.1982 wurde Zerbo unter der Führung des Armeearztes Jean-Baptiste Ouédraogo, der sich zum Staatsschef ernannte gestürzt. Sankara wurde als Premierminister ernannt.
Die neue Regierung war schnell geteilt zwischen den Traditionalisten um Colonel Gabriel Somé und den Radikalen, um Thomas Sankara. Als Sankara Colonel Gaddafi Mai 1983 empfing wurde Sankara nach der Abreise Gaddafis von Ouédraogo verhaftet. Daraufhin wurde in Sankaras Heimatstadt Pô unter der Führung von Blaise Compaoré eine Rebellion durchgeführt die mit der Einnahme von Pô endete. Man forderte die Freilassung Sankaras.
Sankara wurde alsbald freigelassen und sein politischer Gegner Somé im Amt belassen. Daraufhin wurde in anderen militärischen Einheiten landesweit rebelliert und Sankara ergriff am 4. August 1983 die Macht. Sankara setzte sich als Präsident der neuen Regierung ein, Compaoré wurde Staatsminister und der Landesnahme wurde von Thomas Sankara in Burkina Faso (Land der Unbestechlichen) umbenannt.
Sankaras Amtszeit war geprägt von einschneidenden Reformen: Er bekämpfte die Desertifikation, verbesserte die Stellung der Frau und startete Impfkampagnen. Sein größter Erfolg war es, die Korruption und die staatliche Misswirtschaft zu beseitigen. Als Vorbild fuhr er selbst einen Renault 4. Ab Mai 1984 wuchs die Opposition gegen Sankaras Regierungsstil und Sankara klagte Frankreich an, die Opposition zu unterstützen. Ende 1985 flammte der Krieg mit Mali um den Agacher Streifen wieder auf und Burkina Faso erlitt militärische Rückschläge. Der Internationale Gerichtshof in Den Haag schlichtete den Streit und Friede wurde dauerhaft hergestellt.Die politische Opposition wuchs unter der Führung der Gewerkschaft, Intellektueller und Geschäftsleute.
Am 15 Oktober 1987 wurde Sankara von Soldaten, loyal zum derzeitigen Präsidenten Blaise Compaoré, ermordet, welche danach die Macht ergriff. Die genauen Umstände sind noch unklar. Burkina Faso bekam 1990 eine neue Verfassung und ist nun eine präsidiale Republik mit Mehrparteiensystem. Staatsoberhaupt ist seit 1987 der ehemalige Blaise Compaoré, der sich bis heute nicht vom Vorwurf des Mordes befreien konnte.
Die neue Verfassung von 1990 liess viele Parteien entstehen. Vor der Wahl 1991 einigte sich die Opposition unter den Banner der Coordination des Forces Démocratiques. Proteste der Opposition resultierten bald in gewalttätigen Auseinandersetzungen. Die Opposition boykotierte die Wahlen und Blaise Compaoré gewann Ende Dezember mit 25% Wahlbeteiligung die Wahlen. Die 4. Republik wurde am 24.12.1991 ausgerufen.
November 2005 fanden Präsidentschaftswahlen statt wo Blaise Compaoré entgegen der Verfassung wieder kandidierte und sich gegenüber 12 Kandidaten mit 80% der Stimmen behauptete. Bei den letzten Parlamentswahlen, Mai 2007, erreichte die Partei des Präsidenten (CDP) die absolute Mehrheit.
Burkina Faso ist eines der letzten Länder, das die Republik China (Taiwan) und nicht die Volksrepublik China anerkennt.
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3.Norbert Zongo

Dezember 1998 wurden in einem Dorf namens Sapouy 4 verkohlte Leichen entdeckt, einer davon war der Journalist Norbert Zongo, Herausgeber des LŽIndépendant, welcher den Geschäfte des jüngeren Bruders von Blaise Compaore nachging. Eine unabhängige Kommission erklärte, Zongo wurde aus rein politischen Motiven ermordet. Proteste durchliefen das ganze Land und die Glaubwürdigkeit von Blaise Compaore wurde empfindliche beinträchtigt.
Die Affäre Norbert Zongo zeigt, dass das Justizwesen nicht frei von staatlicher Willkür ist, obwohl Burkina Faso formal ein demokratischer Rechtsstaat mit Gewaltenteilung ist.
Für weitere Informationen siehe: JAFFRE Bruno, Burkina unter dem Schock der Zongo Affäre , deutsche Ausgabe der Le Monde Diplomatique vom 10.9.1999
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4.Klima

Der Nordosten des Landes wird der Sahelzone zugeordnet, der Rest des Landes liegt in der Sudanvegetationszone, die Regenzeit dauert von Juni bis Oktober. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge pro Jahr beläuft sich auf 400 bis 500 mm, das Land ist sehr stark vom Regen abhängig. Die Niederschläge nehmen gegen Süden zu.
Großte Teile liegen auf dem Mossihochland,einer Hochebene, die zur Oberguineaschwelle zugeordnet wird. Dort nehmen die beiden Flüsse Roter und Weißer Volta ihren Ursprung.Die höchste Erhebung ist der Tena Kourou mit 749 Metern.
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5.Wirtschaft

Burkina Faso ist ein Agrarland, 80% der Bevölkerung leben von der Landwirtschaft. Sie tragen 35% zum Bruttonationalprodukt bei. Angebaut wird für die Eigenversorgung hauptsächlich Hirse, Mais und Erdnüsse. Exportiert wird vor allem Baumwolle,welche auch wichtiger Devisenbringer ist. Die Baumwolle ist jedoch aufgrund us-amerikanischer Subventionen auf dem Weltmarkt nicht konkurrenzfähig, da us-amerikanische Bauern aufgrund der Subventionen billiger Produzieren können.
Für nähere Informationen siehe: UCHATIUS Wolfgang, Der Norden sät den Hunger, Die Zeit vom 14.8.2003
Negative Standortfaktoren wie hohe Transportkosten aufgrund der Binnenlage und mangelnde Infrastruktur, unzureicheichende Energiequellen und eine generell sehr niedriges Ausbildungsniveau verhindern eine tiefgreifende Entwicklung der Industrie. Die einzige konkrete Perspektive bietet aktuell dieGoldförderung, die durch neue liberale Bergbaugesetze und dem Einstieg kommerzieller Gesellschaften, ab 2005 einen Beitrag für den Export leisten kann.
Das Handelsbilanzdefizit konnte bis jetzt immer durch Überweisungen der im Ausland lebenden Burkinabé ausgeglichen werden. Nachdem 2-3 Millionen die Côte DŽIvoire aufgrund des dortigen Konfliktes verlassen mussten sind diese Transferzahlungen empfindlich zurückgegangen. Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Burkina Faso und Österreich sind sehr marginal. 2003 importierte Österreich Waren im Wert von 329 980 Euro(2002: 198 722 Euro), ein Drittel davon entfällt auf Obst. Österrich exportierte im gleichen Zeitraum Waren im Wert von 435 233 Euro (2002: 1 024 825 Euro), ein Drittel davon setzt sich aus pharmazeutischen Erzeugnisse zusammen, das zweite Drittel aus technischen Geräten. Generell sind die Importe nur zu 50-60% von den Exporteinkünften gedeckt, Burkina Faso hat eine stark negative Handelsbilanz.
Die offiziellen Leistungen der österreichischen Entwicklungshilfe betrugen 2002 8,5 MIO Euro.
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6.Bevölkerung

Hauptbevölkerungsgruppe sind mit 50% die sudaniden Mossi, die um Ouagadougou leben. Der Osten wird von den Gourmantché bevölkert, die mit den Mossi verwandt sind. Im Norden sind Fula, Hausa, Tuareg und ihre ehemaligen Sklaven, die Bella, heimisch. Der Nordwesten wird von den Dogon, den Samos und den Pana bewohnt, im Süden sind verschiedene Stämme der Bobo angesiedelt. An der Grenze zur Côte DŽIvoire leben die Senoufo, an der Grenze zu Ghana die Lobi. Insgesamt beherbergt Burkina Faso 60 verschiedene Ethnien. Konflikte zwischen den verschiedenen Ethnien kommen vor, Konflikte zwischen den Religionsgruppen jedoch nicht.
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7.aktuelle Probleme

Entwicklungshemnisse sind die unzureichende Infrastruktur, die Desertifikation, die Korruption , die unzureichende Ausstattung mit natürlichen Ressourcen, die unfruchtbaren Böden und die Abhängigkeit von der Regenzeit.

Hauptprobleme des Landes: Malaria, Kindersterblichkeit, AIDS, Analphabetismus, Landflucht, Desertifikation, große Flüchtlingsströme aus der Cote DŽIvoire, das Ausbleiben der Regenzeit, Heuschreckenplagen und Korruption .
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für den Inhalt verantwortlich: Roland Linzatti